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Gegründet vom Verbraucherzentrale Bundesverband und seinen Mitgliedsorganisationen
Eröffnung des Dialogforums: Blick zur Bühne
News | 23.04.2026

Kontobetrug und Scamming: Verbraucherstiftung lud zum Dialog

Rückblick auf das Dialogforum „Wenn Vertrauen teuer wird…“ der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz

  • 90 Gäste aus Zivilgesellschaft, Verbraucherschutz, Wirtschaft, Strafverfolgung und Medien trafen sich am 21. April 2026 zum Austausch in Berlin.
  • Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) hob in ihrem Grußwort die individuelle und gesellschaftliche Relevanz hervor.
  • Einblicke aus der Strafverfolgung, Zahlungsdienstleister oder Telekommunikation sowie zahlreiche Perspektiven aus der Zivilgesellschaft, u.A. auch eines Betroffenen, zeigten Handlungsbedarfe, aber auch Lösungswege auf.

Finanz-Scamming nimmt rasant zu: Von täuschend echten Phishing-Mails über Anlage- und Krypto-Fakes bis hin zu professionellen Social-Engineering-Tricks wie „Romance Scam“ oder manipulierten Service-Hotlines. Die Maschen sind so glaubwürdig geworden, dass sie für Verbraucher:innen kaum mehr als Betrug erkennbar sind.

Am 21. April 2026 trafen in Berlin verschiedene Perspektiven aus Verbraucherschutz, IT-Sicherheit, Bildung, Politik, Finanzwirtschaft und Strafverfolgung aufeinander, um sich einer gemeinschaftlichen Aufgabe zu stellen. Gemeinsam diskutierten sie darüber, wie Verbraucher:innen vor immer perfideren Betrugsmaschen bewahrt und im Schadensfall wirksam unterstützt werden konnten.

Luise Will, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz, eröffnete die Dialogveranstaltung mit dem klaren Anliegen der Stiftung „Es gilt, alle Perspektiven zusammenzubringen, damit Verbraucher:innen Kontobetrug und Scamming nicht nur erkennen, sondern ihm auch wirksam vorbeugen und im Schadensfall auf verlässliche Unterstützung zählen können."

In ihrem Grußwort hob die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) hervor, dass Betrug ein wachsendes, alle betreffendes Phänomen ist. Erfolgreich könne er nur bekämpft werden, wenn alle Akteure – auf EU-Ebene und sektorenübergreifend – gemeinsam Verantwortung übernehmen würden.

FISHBOWL

In der Fishbowl diskutierten Ramona Pop (Verbraucherzentrale Bundesverband), Caroline Krohn-Atug (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie) sowie Heiner Herkenhoff (Bundesverband deutscher Banken), ob und wie Verantwortlichkeiten für Verbraucher:innen reduziert werden könnten, wo strukturelle Mechanismen greifen und wo sie fehlen. Mit zahlreichen Wortmeldungen vom Hot Seat kamen in die Debatte die Impulse, wo und wie anzusetzen sei. 

Im Wrap Up fasste Sven Scharioth, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz, zentrale Erkenntnisse des Forums zusammen. Deutlich wurde auf der Dialogveranstaltung, dass

  • Jede:r Opfer von Finanzbetrug werden kann, unabhängig von Alter, Bildungsniveau, Digital-Affinität, Einkommen oder Herkunft.
  • Die Verantwortung, sich vor Finanzbetrug zu schützen, nicht alleine bei den Verbraucher:innen liegen darf.
  • Finanzbildung und digitale Kompetenz mit zentralen, strukturellen und branchenübergreifenden Schutzlösungen und politischem Willen Hand in Hand gehen sollen.

Die Veranstaltung fand ihren Ausklang in einem Get-together.

Förderprojekt der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz zu Finanzbildung:

Zum Überblick: Programm, Referent:innen und weitere Informationen

Fotos:  ©DSV/Christian Mang