Stärkung von Verbraucherschutzkompetenzen bei Flüchtlingen

Foto: AWO/Peter van Heesen

Stärkung von Verbraucherschutzkompetenzen bei Flüchtlingen unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Kindern und Jugendlichen

Worum geht es?
Mitarbeiter und Einrichtungen der AWO stärken Verbraucherschutzkompetenzen bei Menschen nach der Flucht.

Hintergrund
Die AWO unterhält in allen Bundesländern Einrichtungen und Dienste für Geflüchtete, zahlreiche Erstaufnahmeeinrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, hunderte Anlauf- und Beratungsstellen und so genannte Migrationsfachdienste, die Geflüchtete aus vielen Ländern betreuen. Zudem führt sie Flüchtlingsprojekte zur Integration in den Arbeitsmarkt durch, darunter ca. 50 Beratungs- und Betreuungsprojekte für Flüchtlinge. Darüber hinaus engagieren sich zahlreiche Menschen freiwillig und ehrenamtlich im Verband.

Die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen in den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt sind oft erste Ansprechpartner und später häufig Vertrauenspersonen für Geflüchtete. Die Mitarbeiter/-innen werden durch das Projekt in die Lage versetzt, Geflüchtete im Sinne eines präventiven Verbraucherschutzes zu beraten und an geeignete Stellen weiterzuleiten, sodass sie in der Lage sind, als Verbraucher/-innen Angebote kritisch zu bewerten und eine richtige Auswahl zu treffen.

Inhalte und Ziele
Das Projekt baut auf zwei Säulen auf:

I.    Der Durchführung von zweitägigen Multiplikatoren-Schulungen von Berater/-innen in den Migrationsfachdiensten und Diensten der Flüchtlingssozialarbeit der Arbeiterwohlfahrt zum Thema Verbraucherschutz von Geflüchteten. Die Berater/-innen erhalten in regional stattfindenden Seminaren Unterstützung zu aktuellen Verbraucherschutzthemen der Geflüchteten. Die Inhalte der Seminare werden auf aktuelle Bedürfnisse und Probleme der Geflüchteten ausgerichtet. Die Referentengewinnung und Gestaltung der Seminare erfolgt in enger Kooperation mit den Landesverbraucherzentralen. Ziel ist die Sensibilisierung der AWO-Berater/-innen für die vielfältigen Themen des Verbraucherschutzes und die Stärkung der Kooperation mit den Verbraucherzentralen.

II.    Entwicklung und Angebot eines Blocks „Unterrichtseinheit Verbraucherschutz“ (vier Unterrichtsstunden in bestehenden Sprachkursen) für Flüchtlinge bei AWO-Sprachkursträgern. Im Sinne einer nachhaltigen Bildung und langfristig angelegten Stärkung der Verbraucherbildung, wird hier ein Instrument entwickelt, das von derzeit 50 AWO-Trägerorganisationen und – wünschenswerterweise - auch weiteren Anbietern von Sprachkursen für Geflüchtete genutzt werden kann. Das übergeordnete Ziel ist die Stärkung der Geflüchteten in ihrer Rolle als Verbraucher.

Gesellschaftliche Wirkung
Die AWO mit ihren Einrichtungen und Diensten will durch die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter/-innen der Migrationsfachdienste und durch die Entwicklung geeigneter Unterrichtsmaterialien mit dem Projekt zur Stärkung der Konsumkompetenz vor allem junger geflüchteter Verbraucherinnen und Verbraucher beitragen. Mit der Einbindung zahlreicher Dienste in AWO-Gliederungen wird eine bundesweite Wirkung angestrebt. Die AWO-Dienste sind wiederum in zahlreichen Netzwerken der Akteure vor Ort und fachlicher Art eingebunden, sodass das Projekt bundesweite Ausstrahlung hat.

Kategorien:
Bildung

Projekt Steckbrief

Laufzeit
Dezember 2017 bis Februar 2019
Fördersumme 75.000 €
Projektvolumen 86.790 €