Bundespreis Verbraucherschutz - Preisträger Fahrgastverband PRO BAHN e. V.

Foto: Ulrich Baringhorst

Der Bundespreis Verbraucherschutz 2017 in der Kategorie Projekt geht an den Fahrgastverband PRO BAHN e. V.

Der Verband setzt sich als „Anwalt der Fahrgäste“ für die Verbraucherinteressen bei öffentlichen Verkehrsmitteln ein.

Bezahlbare Fahrpreise, verständliche Tarifsysteme, eine flächendeckende Infrastruktur und eine durchgehende Reisekette – das erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher von öffentlichen Verkehrsunternehmen. Weil all das nicht selbstverständlich ist, gibt es den Fahrgastverband PRO BAHN e. V. Er vertritt die Interessen der Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel, vor allem im Bahnverkehr aber auch jenseits der Schiene. Ohne ihn würde es die BahnCard 50 nicht mehr geben und auch keine kollektiven Fahrgastrechte. Dass viele stillgelegte Bahnstrecken wieder in Betrieb genommen wurden, ist auf die Lobbyarbeit regionaler PRO BAHN-Gruppen zurückzuführen.

„Der Fahrgastverband PRO BAHN e.V. will einen attraktiven, benutzbaren und bezahlbaren Öffentlichen Personenverkehr für alle Bürger. Er vertritt dazu sowohl die Interessen der Nutzer als auch der Noch-Nicht-Nutzer von Eisenbahn, Straßenbahn und Bus, unabhängig von den Interessen der Politik und der Verkehrsunternehmen“, so der Bundesvorsitzende Detlef Neuß.

Die Bahn-Haltestelle Walpertskirchen bei München steht stellvertretend für die Erfolge des Fahrgastverbandes: Seit fast drei Jahrzehnten kämpft der lokale Arbeitskreis Walpertskirchen um den Erhalt des Haltepunktes – mit Erfolg. Die Schließung der Haltestelle wurde verhindert und die rund 2.000 Walpertskirchener Einwohner bleiben an das Münchener Bahnnetz angeschlossen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN e. V. wurde 1981 von Fahrgästen gegründet, die sich für den Erhalt einer flächendeckenden Bahn einsetzten, und entwickelte sich zu einem Nutzerverband aller öffentlichen Verkehrsmittel. Der Verband hat mittlerweile bundesweit 4.000 Mitglieder und verhandelt mit Verkehrsbetrieben, Behörden und Politikern über die Durchsetzung von Fahrgastrechten. Beschwerden und Anregungen nimmt der „Kummerkasten“ entgegen und leitet sie an die Verantwortlichen weiter. PRO BAHN e. V. arbeitet daran, „dass wir Fahrgäste zu Kunden werden, die von den Verkehrsunternehmen ernst genommen werden“, so der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Die überwiegend ehrenamtlichen Verbandsmitglieder engagieren sich für einen funktionsfähigen und für jedermann attraktiven öffentlichen Verkehr – und informieren Verbraucherinnen und Verbraucher über die Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel. PRO BAHN e. V. spricht Mängel öffentlich an und drängt auf Verbesserungen, damit der öffentliche Verkehr attraktiver und umweltfreundlicher wird.