Bundespreis Verbraucherschutz 2019 - Preisträger Wir für Mehrweg

Vertreter der Initiative Wir für Mehrweg Frank Denker (Hotelverband Lübeck), der Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau und Birgit Hartmann (Stadt Lübeck) mit ihrer Laudatorin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Verbraucherschutzministerin des Landes Schleswig-Holstein und Daniela Lucassen,Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz.
Foto: DSV Holger Gross

Der Bundespreis Verbraucherschutz 2019 in der Kategorie Projekt geht an die Initiative „Wir für Mehrweg“. Die Lübecker Gemeinschaftsinitiative wird für ihren Beitrag im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Seit Jahren nimmt der Verbrauch von Coffee-to-go-Bechern stetig zu. Mittlerweile werden nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe bundesweit insgesamt rund 2,8 Milliarden Einwegbecher pro Jahr verbraucht – das sind 320.000 Stück pro Stunde (Stand 2016). In Lübeck haben sich Akteure aus Politik, Verwaltung, Gewerbetreibende und Verbände dazu entschlossen, diesen Zustand nicht nur zu beklagen, sondern konkret etwas dagegen zu tun. Sie haben sich zur Initiative „Wir für Mehrweg“ zusammengeschlossen und die Einführung eines Pfandsystems initiiert, um Müll durch Einwegbecher für Kaffee und andere Heißgetränke zu vermeiden.

Am 1. November 2018 startete das Pilot-Projekt „Wir für Mehrweg“ mit einem Pfandbechersystem, an dem sich zunächst 16 Betriebe und 30 Verkaufsstellen beteiligten. Bei diesem System zahlen die Betriebe eine Servicegebühr von einem Euro pro Tag (bzw. 30 Euro pro Monat) und ordern dann bedarfsentsprechend die selbst kalkulierte Becheranzahl. Der Kunde zahlt einen Euro Pfand sowie die Kosten für das Heißgetränk, um den Becher mitnehmen zu können. Bei Abgabe des Bechers gibt es das Pfandgeld zurück. Die Deckel werden nicht gegen Pfand abgegeben, sondern können vom Kunden gekauft werden. Eine spezielle App zeigt den Kundinnen und Kunden, wo überall der Pfandbecher zu bekommen bzw. wieder abzugeben ist. Die Geschäfte werden zudem mit einem Aufkleber im Fenster oder auf der Tür gekennzeichnet. Alternativ oder auch ergänzend dazu geben verschiedene Geschäfte zudem einen Rabatt auf selbst mitgebrachte Becher. Das Projekt soll auch auf andere Mehrwegprodukte ausgeweitet werden und möglichst Vorbildcharakter für andere Städte haben.