FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Bündnis für Verbraucherbildung

Ob Ernährung, Finanzen oder Medien: Auch Kinder und Jugendliche müssen sich in immer komplexer werdenden Märkten zurechtfinden. Die nötigen Kompetenzen dafür fehlen ihnen oft. Das belegt eine neue Studie des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft im Auftrag der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Mehr als Dreiviertel aller befragten Lehrer und Experten sehen demnach einen klaren Bildungsauftrag der Schule in diesem Bereich. Gleichzeitig beurteilen sie das derzeitige Angebot als „eher schlecht“.

Aber es bewegt sich auch etwas in den Bundesländern, auf dem das „Bündnis für Verbraucherbildung“ aufbauen kann:

  • Beispiel Schleswig-Holstein: ein eigenes Schulfach „Verbraucherbildung“ wurde eingeführt
  • Beispiel Rheinland-Pfalz: Umsetzung eines Pilotvorhaben zur Fortbildung von Lehrkräften zur Verbraucherbildung
  • Beispiel Bayern: Richtlinien für die Umsetzung der ökonomischen Verbraucherbildung

Verbraucherbildung zielt auf die Förderung der Konsumkompetenzen ab: Für einen souveränen Umgang mit Märkten und Konsumgütern. Dazu gehören alle Bereiche des täglichen Konsumlebens: Finanzen / Verbraucherrecht, Medien,  Ernährung / Gesundheit und Nachhaltigkeit (siehe untenstehende Abbildung „Dimensionen der Verbraucherbildung“). Verbraucherbildung in der Schule orientiert sich an der Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder und Jugendlichen (Smartphone, Pausenbrot, Taschengeld etc.). Das Leitbild ist dabei der selbstbestimmte, informierte und kritische Verbraucher, der sich auch mit ethischen Aspekten des Konsums auseinandersetzt. Die Selbstbestimmung wird aber nicht nur durch Wissen, sondern vor allem Erfahrung, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen ermöglicht. Verbraucherbildung legt somit die Basis für verantwortungsbewussten Konsum und unterstützt Kinder und Jugendliche später auch in Ihrem beruflichen Kontext.

NGOs, Unternehmen, Politiker, Schulbehörden, Wirtschaftsverbände und Wissenschaft haben sich zum Bündnis für Verbraucherbildung zusammengeschlossen. Gemeinsam möchten sie die Rahmenbedingungen für Verbraucherbildung an Schulen befördern. Alle Unterstützerhaben die  Resolution „Verbraucherkompetenzen frühzeitig fördern – mehr Verbraucherbildung in die Schulen“ unterzeichnet. Sie fordern darin Politik und gesellschaftliche Akteure auf, sich nachhaltig für die Förderung von Konsum- und Alltagskompetenzen im schulischen Bereich einzusetzen. Um dies zu erreichen, stellt das „Bündnis für Verbraucherbildung“ konkrete Forderungen an die Bildungspolitik der Länder und des Bundes.

Das Bündnis für Verbraucherbildung wird getragen von der Deutschen Stiftung Verbraucherbildung in Zusammenarbeit mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband.

Bündnispartner

  • Arbeiterwohlfahrt
  • Bertelsmann Stiftung
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof
  • Bundesverband der Deutschen Industrie
  • Bundesverband deutscher Banken
  • Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien
  • Caritas
  • Commerzbank
  • Commerzbank-Stiftung
  • Deutscher Evangelischer Frauenbund
  • Deutscher Familienverband
  • Deutscher Frauenring
  • Deutscher LandFrauenverband
  • Deutscher Mieterbund
  • Deutsche Telekom
  • Edeka
  • Germanwatch
  • Handelsverband Deutschland
  • Helga-Brenn-Stiftung
  • IKK Südwest
  • ING-DiBa
  • Metro
  • Prof. Naumann (Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft)
  • REWE Group
  • Tchibo
  • Verbraucherservice im KDFB
  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
  • Verbraucherzentrale Bayern  
  • Verbraucherzentrale Berlin
  • Verbraucherzentrale Brandenburg
  • Verbraucherzentrale Bremen
  • Verbraucherzentrale Hamburg
  • Verbraucherzentrale Hessen
  • Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern
  • Verbraucherzentrale Niedersachsen 
  • Verbraucherzentrale NRW
  • Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
  • Verbraucherzentrale Saarland
  • Verbraucherzentrale Sachsen
  • Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt
  • Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein
  • Verbraucherzentrale Thüringen

Auf Bundesebene setzt sich das „Bündnis für Verbraucherbildung“ für Bildungsstandards ein.

Die Verantwortung für die Lehrpläne liegt bei den Bundesländern. Hier ist das zentrale Anliegen, Verbraucherbildung in den Lehrplänen zu verankern bzw. ein eigenes Schulfach zu Konsum- und Alltagskompetenzen (in Schleswig-Holstein bereits erfolgt) einzuführen.

Verbraucherbildung in die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte fördern.

Modellvorhaben der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände sollen demonstrieren, wie Verbraucherbildung in der Praxis umgesetzt werden kann.

Ein Strategiebeirat, den die Versammlung der Bündnispartner wählt, berät die Stiftung zu Schwerpunktsetzungen im Bereich Verbraucherbildung. Der Strategiebeirat besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der am „Bündnis für Verbraucherbildung“ beteiligten gesellschaftlichen Gruppen. Jede Gruppe wählt ihre Vertreter in einem gruppenspezifischen Wahlverfahren.

Der Beirat konstituiert sich also aus jeweils Vertretern der Gruppierungen:

  • Verbraucherorganisationen
  • Wirtschaft
  • Zivilgesellschaft / Wissenschaft / Verwaltung

Zielsetzung des Bündnisses ist es, vor allem politische Entscheidungsträger für die Institutionalisierung der Verbraucherbildung zu gewinnen. Die Zusammenarbeit im "Bündnis für Verbraucherbildung" wird durch Leitlinien geregelt. Sie geben deutliche Regeln für eine Beteiligung vor und setzen den Bündnispartnern klare Grenzen. Produktwerbung und Marketing haben an der Schule nichts verloren.

Schaubild zum Bündnis für Verbraucherbildung

Leitlinien als pdf

Initiator und Träger des „Bündnis für Verbraucherbildung“ ist die Deutsche Stiftung  Verbraucherschutz.

Die Umsetzung der Programmlinien erfolgt durch die Mitgliedsorganisationen des Verbraucherzentrale Bundesverbands  in Kooperation mit weiteren Partnern. Die konkreten und regionalen Vorhaben und Initiativen werden von den Verbraucherorganisationen dabei als Projektantrag bei der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz eingereicht. Die Entscheidung über die Projektförderung trifft der Vorstand der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz.

Stiftungsvorstand

  • Vorsitzende: Ulrike von der Lühe, Vorstand Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
  • Stellv. Vorsitzender: Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes
  • Geschäftsführender Vorstand: Manfred Westphal, Leiter der Stabsstelle Koordination Verbraucherzentrale Bundesverband

Ein Strategiebeirat, den die Versammlung der Bündnispartner wählt, berät die Stiftung zu Schwerpunktsetzungen im Bereich Verbraucherbildung.

Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz fördert Projekte und Maßnahmen des Verbraucherzentrale Bundesverbands  und seiner über 40 Mitgliedsorganisationen. Diese können einen Projektantrag bei der Stiftung einreichen. Der Stiftungsvorstand entscheidet dann über die Förderanträge. Die Bündnispartner von NGOs, Wirtschaft und Wissenschaften nehmen keinen Einfluss auf die Projekte. Die finanzielle Unterstützung fließt in einen Fonds für Verbraucherbildung, über die der Stiftungsvorstand entscheidet.

Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz fördert Projekte und Maßnahmen des Verbraucherzentrale Bundesverbands und seiner über 40 Mitgliedsorganisationen. Diese können einen Projektantrag bei der Stiftung einreichen. Der Stiftungsvorstand entscheidet dann über die Förderanträge. Die Bündnispartner von NGOs, Wirtschaft und Wissenschaften nehmen keinen Einfluss auf die Projekte.

Schaubild zum Bündnis für Verbraucherbilung

Grundsatz des Bündnisses ist, dass Marketing nichts in der Schule zu suchen hat. Die Hoheit über Inhalte liegt bei den Lehrkräften und den Bundesländern. Das „Bündnis für Verbraucherbildung“ orientiert sich an den Grundprinzipien des Beutelsbacher Konsenses mit den drei Grundprinzipien Indoktrinationsverbot, Kontroversitätsgebot und Förderung der Analysefähigkeit.

Die Zielrichtung des „Bündnis für Verbraucherbildung“ ist die Verankerung der Verbraucherbildung in der Schule.

Flächendeckende Angebote an Schulen kann und will die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz derzeit nicht fördern. Dies ist vielmehr Aufgabe der Bundesländer.

Verbraucherbildung muss in die Lehrpläne. Mit dem Bündnis haben wir starke Partner gewonnen, die sich für dieses Ziel einsetzen.

Es ist gut, dass das Bündnis breit aufgestellt ist und Partner aus der Wirtschaft dabei sind. Unternehmen erkennen, dass sie eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Es sind nicht nur die Verbraucherschützer, die mehr Verbraucherkompetenz fordern. Unternehmen profitieren von „gebildeten“ Verbrauchern, da diese Qualitätskriterien von (guten) Produkten besser verstehen.

In den Leitlinien ist festgelegt, dass Unternehmen das Bündnis über den Fonds für Verbraucherbildung finanziell unterstützen können, aber keinen Einfluss auf die Projekte der Verbraucherorganisationen nehmen dürfen.

Motto des "Bündnis für Verbraucherbildung" ist: Gemeinsam können wir mehr erreichen.

Unternehmen tragen eine Verantwortung für die Gesellschaft und für einen besseren Verbraucherschutz. Daher sollten sich Unternehmen zukünftig noch stärker für Verbraucherschutz, auch finanziell, engagieren. Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz begrüßt ausdrücklich Unternehmen, die sich dieser Verantwortung stellen.

Die Stiftung benötigt zudem finanzielle Unterstützung, um den gemeinnützigen Satzungszweck zu erfüllen.

Die Regelungen dafür sind wie folgt:

  • keine Einflussnahme durch Unternehmen, denn der Stiftungsvorstand entscheidet über die Mittelverwendung
  • Verpflichtung zur Resolution für Verbraucherbildung und den Leitlinien des „Bündnis für Verbraucherbildung“
  • kein Sponsoring und keine direkte Projektförderung
  • Spenden / Zustiftungen für den Fonds für Verbraucherbildung

Spenden 2013 (Fonds für Verbraucherbildung):
REWE Group (30.000 Euro), Tchibo (50.000 Euro), Telekom (35.000 Euro)  Sparda-Bank Berlin (25.000 Euro), EDEKA (25.000 Euro), Metro (20.000 Euro), Commerzbank (15.000 Euro)

Als Partner des „Bündnis für Verbraucherbildung“ kann sich bewerben, wer:

  • von einem bestehenden Partner oder der Geschäftsstelle der Stiftung vorgeschlagen wird,
  • die vorliegenden Leitlinien anerkennt sowie
  • die Resolution „Verbraucherkompetenzen frühzeitig fördern – mehr Verbraucherbildung in die Schulen“ unterzeichnet.

Der Stiftungsvorstand entscheidet anschließend über die Aufnahme in das „Bündnis für Verbraucherbildung“.

Aufgaben der Partner:

  • Bereitschaft zu einer dauerhaften aktiven Mitarbeit im „Bündnis für Verbraucherbildung“
  • Aktive Teilnahme an Treffen und Workshops des „Bündnis für Verbraucherbildung“
  • Politisches Engagement für die Institutionalisierung der Verbraucherbildung auf unterschiedlichen Ebenen
  • Finanzielle Unterstützung: Unternehmen, Verbände, staatliche Institutionen und NGOs stärken die Ressourcen des Fonds nach ihren Möglichkeiten und Engagement; sowohl durch Spenden als auch Zustiftungen