Dialogforum Verbraucherschutz

„Gut auf den Konsumalltag vorbereitet - Wo Verbraucherschutz für Geflüchtete ansetzen muss“
28.09.2017
Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Ministerin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein

Geflüchtete gehören zu den besonders verletzlichen Verbrauchern, weil sie die deutsche Sprache noch nicht beherrschen und erst lernen müssen, wie das Konsumleben in Deutschland funktioniert. Handyverträge, Kontoeröffnung, Haftpflichtversicherung oder Stromanbieter - wenn man nicht Bescheid weiß, lauern viele Fallstricke. Fast alle Geflüchteten besitzen ein Smartphone, um mit ihren Familien in Kontakt bleiben zu können. Doch im Netz finden sich nicht nur nützliche Apps und Informationen, sondern es drohen auch Gefahren wie Kostenfallen, Identitätsmissbrauch oder unseriöse Anbieter. Immer wieder gibt es Berichte von vermeintlichen Vertretern von Mobilfunkanbietern und Versicherungen, die in Unterkünften die Bewohner zum Vertragsabschluss drängen. Doch die Schuldenfalle droht auch ohne Fremdeinwirkung. Beispielsweise mit hohen Rechnungen und Nachzahlungsforderungen, wenn die Heizung im Winter permanent aufgedreht oder die direkte Hitze des Backofens zum Wärmen genutzt wurde.

Das diesjährige Dialogforum Verbraucherbildung stellte die Frage in den Mittelpunkt, was Verbraucherschutz leisten muss und kann, damit Geflüchtete ausreichend auf den Konsumalltag vorbereitet sind. Wie können Geflüchtete beim Ankommen und Zurechtfinden in unserer Gesellschaft bestmöglich unterstützt werden? Welche Themen stehen bei der Beratung an erster Stelle? Vor welchen Herausforderungen für eine nachhaltige, bedarfsgerechte und gesellschaftlich notwendige Verbraucherbildung für Geflüchtete stehen wir? Was funktioniert bereits gut und wo fehlen Lösungen? Welche für den Verbraucherschutz relevanten Erfahrungen haben Unternehmen mit Geflüchteten gemacht? Im Austausch mit Stakeholdern aus Politik, Verbraucherschutz, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wurden Wissen und Erfahrungen geteilt und Spannungsfelder diskutiert. Wir wollten gemeinsam Antworten auf die Frage finden, welchen Beitrag Verbraucherschutz für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft leisten kann und muss.

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