"Meine Finanzen, mein Leben im Griff!"

Stärkung der finanziellen Allgemeinbildung von Kindern und Jugendlichen

©iStock.com/Eva-Foreman

Worum geht es?
Was bleibt am Ende des Monats von meinem Taschengeld übrig? Kann ich mir den neuen Rucksack leisten? Welche Bezahlmöglichkeiten gibt es und worauf sollte ich bei digitalen Zahlungsweisen achten? Was muss ich bei einer Ratenzahlung bedenken? Und was ist eigentlich ein Lastschriftverfahren? - Der Umgang mit Geld will gelernt sein und ist mit allerhand Fallstricken gespickt.

Im Projekt „Meine Finanzen, mein Leben im Griff!“ werden Kinder und Jugendliche mithilfe der Entwicklung und Verbreitung einer digitalen Anwendung in ihren Finanzkompetenzen gefördert. Ziel ist es, junge Menschen früh für ihre eigenen Finanzen zu sensibilisieren und sie so vor Gefahren wie Überschuldung zu schützen.

Die Anwendung soll Kindern und Jugendlichen helfen, sich einen Überblick über ihr Budget, ihre Einnahmen und Ausgaben sowie ihre Wünsche und Planungen zu verschaffen. Die Auseinandersetzung mit alltagsnahen Fragestellungen und praktischem Finanzwissen, z. B. zu Geschäftsfähigkeit, zum Kaufvertragsrecht oder zur Vorsorge, wird dabei Bestandteil des Tools sein. Dabei sollen sie zudem lernen, mit dem notwendigen Wissen sicher und selbstbestimmt auch mit neuen, digitalen Finanztechniken umgehen und diese selbstbewusst nutzen zu können.

Um inhaltlich und gestalterisch den Bedarfen der Zielgruppe gerecht zu werden und sowohl Wissbegierde als auch Spaß an der Nutzung zu wecken, entsteht die Anwendung in Zusammenarbeit mit Schülern, Lehrern, Elternverbänden, Universitäten und Fachexperten.

Nach Fertigstellung des Tools wird es unentgeltlich, bundesweit und unter höchsten Datenschutzansprüchen angeboten und neben dem privaten Gebrauch vor allem Schulen für ihre Finanzbildung zur Verfügung gestellt.

Durchgeführt wird das Projekt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Unterstützung der Verbraucherzentrale Saarland.

Hintergrund
Umfragen belegen regelmäßig, dass die Finanzkompetenzen junger Menschen in Deutschland bei Weitem nicht ausreichend sind. Beispielsweise bewerten laut einer Forsa-Umfrage lediglich acht Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren ihre Finanzkompetenzen als „sehr gut“ bis „gut“ (Forsa W² Jugend-Finanzmonitor 2018). Die Umfrage zeigt zudem, dass die Unsicherheit der Jugendlichen mit der Komplexität der Finanzthemen wächst. Kinder und Jugendliche benötigen ökonomisches Grundwissen, sie sollten wirtschaftliche Zusammenhänge und grundlegende Verbraucherrechte kennen. Sie sollten lernen, den Alltag finanziell zu meistern, ihre kurzfristigen und langfristigen Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten und Überschuldung zu vermeiden.

Inhalte und Ziele
Das Projektziel besteht darin, die Auseinandersetzung mit den eigenen Finanzen und die Entwicklung von Konsumkompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Mit einem digitalen Tool sollen sich junge Menschen darin üben, das eigene verfügbare Einkommen zu erfassen und in eine selbstständige Planung ihres Budgets einzusteigen.

Neben der Anwendung, die Kindern und Jugendlichen das Lernen im praktischen Alltag ermöglichen soll, werden begleitend Materialien und Handreichungen erstellt, die Lehrern und Eltern Tipps zur Nutzung des Tools, zur Einbindung in den Schulunterricht oder zur Beschäftigung mit dem Thema Finanzen in der Familie an die Hand geben. So unterstützt die Anwendung die jungen Menschen beim Einstieg in eine breitere Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Verbraucher - samt Kaufrisiken und Verbraucherrechten.

Gesellschaftliche Wirkung
Die eigenen Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten, beugt Überschuldung vor. Je weniger eine Gesellschaft verschuldet ist, umso besser. Ebenda setzt Verbraucherbildung - insbesondere im Bereich der Finanzen - an: Sie holt junge Menschen in ihrer Lebenswelt ab und gestaltet Lernen alltags- und praxisorientiert zur Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben.

Leider hakt es an der bundesweiten Umsetzung von Verbraucherbildung an Schulen, welche in den Lehrplänen der Bundesländer sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Es braucht eine flächendeckende, fächerübergreifende und prüfungsrelevante Verankerung der Verbraucherbildung in den Stundenplänen aller Schulen. Nur so ist möglich, dass Lernende nicht nur zu Experten für Grammatik und Algebra werden, sondern auch auf ihr praktisches Verbraucherleben vorbereitet werden. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.

Foto: iStock/Eva Foreman

Kategorien:
Bildung

Projekt Steckbrief

Laufzeit
Juli 2020 bis Juni 2021
Fördersumme 140.000 €
Projektvolumen 152.503 €

Zuwendungsempfänger