Entwicklung eines Beratungsangebotes zu Krediten mit Restschuldversicherung

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Worum geht es?
Schutz vor überhöhten Forderungen. Viele Kreditnehmer, die eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben, können von ihrer Bank Geld zurückbekommen – wissen aber gar nichts von ihrem Glück. Ein neues Beratungsangebot hilft ihnen dabei, die Höhe ihres Anspruchs zu ermitteln und die Forderung gegenüber dem Kreditinstitut geltend zu machen.

Hintergrund
Wer bei seiner Bank einen Konsumentenkredit aufnimmt, schließt oft gleichzeitig eine Restschuldversicherung ab. Sie soll im Todesfall, bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit die Rückzahlung des Kredits absichern. Die Versicherungsprämie wird in der Regel zur Kreditsumme hinzuaddiert und verteuert damit das Darlehn erheblich. Der BGH beurteilt das als „verbundenes Geschäft“ – und damit als besonders formbedürftig. Kunden, die einen solchen Vertrag abgeschlossen haben, können diesen oft auch noch nach Jahren widerrufen. Sie müssen dann nur die reine Kreditsumme mit einer marktüblichen Verzinsung zurückzahlen, die Prämie für die Restschuldversicherung wird in voller Höhe erstattet. Allerdings wissen viele Kunden das nicht – und verschenken so eine Menge Geld.

Inhalte und Ziele
Damit sich das ändert hat die Verbraucherzentrale Hamburg ein neues Beratungsangebot auf den Weg gebracht. Seit April 2012 können Bankkunden ihre Kreditverträge mit Restschuldversicherung dort prüfen lassen. Finanzexperten analysieren den Vertrag rechtlich, gleichen den Zinssatz mit der Zinsempfehlung der Deutschen Bundesbank ab und berechnen, ob und welcher Höhe Kunden einen Erstattungsanspruch haben. Außerdem stellen sie Musterbriefe zur Verfügung, mit denen Bankkunden Ansprüche gegenüber ihrem Kreditinstitut geltend machen können.

Ziel des Angebots ist es, Betroffene von überhöhten Forderungen der Kreditgeber zu befreien und Verbrauchern zu ihrem Recht zu verhelfen. Bankkunden, die ihren Kreditvertrag mit Restschuldversicherung prüfen lassen möchten, können eine Kopie per Post einschicken. Die Kosten für die Beratung betragen 65 Euro.

Das von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz geförderte Projekt hat die Innovationsphase des neuen Beratungsangebotes unterstützt.

Gesellschaftliche Wirkung
Die Praxis zeigt, dass sich die Prüfung lohnt. Ein paar Beispiele: Herr B. aus H. konnte mit Hilfe des neuen Angebots 6.465 Euro gegenüber der Teambank geltend machen, Herr D. aus H. und Herr G. aus M, beide Kunden der Targobank, mussten 7.679 bzw. 19.878 Euro weniger für ihren Kredit zahlen. Damit leistet die Beratung einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz. Denn nur wer seine Rechte kennt und weiß, wie er sie durchsetzt, kann sich gegen unseriöse Geschäftspraktiken und überhöhte Forderungen zur Wehr setzen. Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz trägt zur Förderung von Innovationen in der Verbraucherarbeit bei. 

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Kategorien:
Finanzdienstleistungen

Projekt Steckbrief

Laufzeit
November 2011 bis April 2012
Fördersumme 5.000 €
Projektvolumen 5.000 €

Zuwendungsempfänger